Leistungen nach Baustellenverordnung

Baustellen bedürfen besonderer Beachtung

Auf Baustellen ist in der Regel jede Menge los. Unterschiedliche Gewerke und Beschäftige mehrere Arbeitgeber erfüllen oftmals mit Termindruck die an sie gestellten Aufträge. Dabei kommt es häufig zur zeitlichen und räumlichen Überschneidung von Arbeitsstätten, was erhebliche zusätzliche Gefährdungen nach sich ziehen kann. Mit der Verabschiedung der Baustellenverordnung (BaustellV) im Jahr 1998 werden die allgemeinen Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes für Baustellen präzisiert. Seit dem tragen Bauherren eine Mitverantwortung für die Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes für die auf der Baustelle tätigen Personen.

Sicherheit braucht Koordination (SiGeKo)

Dort wo es zu vielen zeitlichen und räumlichen Überschneidungen von Arbeitsstätten kommt, ergibt sich zwangsläufig ein erhöhter Koordinationsaufwand in Bezug auf die Planung, Ausführung und die Kontrolle von Maßnahmen zur Sicherstellung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes. Diese Aufgabe übernimmt nach § 3 der BaustellV der Sicherheits- und Gesundheitskoordinator (RAB 30).

Sicherheits- und Gesundheitskoordination auf BaustellenWer plant schafft Sicherheit für alle (SiGePlan)

Baustellen weisen meistens komplexe organisatorische Strukturen auf. Der nach BaustellV und RAB 31 zu erstellende Sicherheits- und Gesundheitsplan muss diese organisatorische Komplexität beginnend mit der Planung/Ausschreibung der Baustelle vollumfänglich berücksichtigen. Nur so können arbeitsbedingte Gefährdungen gewerkübergreifend minimiert werden.

Weiter denken: die Unterlage für spätere Arbeiten (RAB 31)

Die Verpflichtung des Bauherren für sichere Arbeitsbedingungen erlischt nicht nach der Beendigung der Baustelle. Die BaustellV und die RAB 31 schreiben die Erstellung einer Unterlage für spätere Arbeiten an der baulichen Anlage. Das schließt alle zukünftigen Wartungs-, Inspektions- und Instandhaltungsmaßnahmen ein, wozu im Übrigen auch Dachschneeberäumungen gehören. Mit dieser Unterlage schafft der Bauherr die Voraussetzung für die sichere Arbeitsgestaltung für alle späteren Arbeiten.

Muss wirklich auf jeder Baustelle ein SiGeKo verpflichtet werden?

Nach §3 der Baustellenverordnung muss durch den Bauherren immer dann eine SiGeKo bestellt werden, wenn auf der Baustelle Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig sind.

Kann der Bauherr auch selbst die Aufgaben des SiGeKo übernehmen?

Grundsätzlich ja! Dabei muss der Bauherr jedoch über die geforderten Qualifikationen und ein ausreichendes zeitliches Budget verfügen.

Kann jeder den SiGeKo machen?

Nein! Als SiGeKo werden umfangreiche baufachliche und arbeitsschutzrechtliche Kenntnisse benötigt. Darüber hinaus müssen SiGeKos die Fähigkeit besitzen, Arbeitsabläufe systematisch und gewerkübergreifend zu durchdenken, Gefährdungen vorausschauend zu erkennen und die erforderlichen Maßnahmen in einer organisatorisch komplexen Struktur umzusetzen.

Reicht es, wenn ich den SiGeKo mit dem Beginn der Bauarbeiten bestelle?

Das reicht auf keinen Fall! Der SiGeKo nimmt bereits während der Planungsphase wichtige Aufgaben hinsichtlich der Koordination von Maßnahmen nach den allgemeinen Grundsätzen des Arbeitsschutzgesetzes gewerkübergreifend wahr.